Monographien unter Open-Access-Lizenz publizieren. Oder: eine Odyssee durch Papier und Bytes

Als ich beschlossen habe meine Magisterarbeit zu veröffentlichen, habe ich nicht erwartet, dass es so kompliziert werden würde. Ich dachte, ich stelle das Dokument einfach als PDF auf die Webseite, natürlich unter eine freie Lizenz (CC-BY 3.0 DE), und dann kann jeder es runterladen, kopieren, verteilen, ausdrucken, zerschreddern wie er eben möchte, Hauptsache, ich werde als Urheber genannt, alles nur für Ruhm und Ehre. Reich wird man mit geisteswissenschaftlichen Büchern eh nicht. Das alles wäre gar kein Problem gewesen und auf diese Weise habe ich auch meine Hausarbeiten hier im Blog veröffentlicht. (Dafür könnte man auch öffentliche Wissenschafts-Repositorien nutzen, wegen Langzeitarchivierung und besserer Verfügbarkeit, aber auch so war ich zufrieden.) Open Access ist mir wichtig, weil ich daran glaube, dass wissenschaftliche Inhalte frei verfügbar sein müssen (mehr: Manifest der Digital Humanities). Dazu kam bei meiner Magisterarbeit der „einfache“ Wunsch, das Buch auf Papier drucken zu lassen, so richtig mit ISBN und Verlag und Eintrag in der Deutschen Nationalbibliothek. 

Vielleicht klingt das seltsam für einen Menschen, der jeden Tag viele Stunden vor verschiedenen Displays verbringt, doch ich hege immer noch eine nostalgische Beziehung zum Papier. Papier hat viele tolle Eigenschaften: Ein Buch aus Papier kann man anfassen und riechen; wenn der Akku leer ist, dann nehme ich das Buch aus Papier und lese so lange ich möchte; man kann das Buch der Oma als Geschenk geben und sie weiß sofort, was man in den letzten Monaten seines Studiums so gemacht hat, als man keine Zeit für Besuche hatte und dass es etwas Wertvolles ist; vielleicht gibt es in zehn Jahren das Internet in der heutigen Form gar nicht mehr oder ein elektrischer Sonnensturm zerstört alle Festplatten der Welt; mein Buch auf Papier steht noch in 200 Jahren in der Bibliothek und wird danach wieder retrodigitalisiert; und wenn der Säuregehalt und die Luftfeuchtigkeit in der Bibliothek stimmen, dann steht das Buch noch länger dort, viel länger als je eine Datei und mit ihr die Software und Hardware zum Entziffern funktionieren können. Andere mögen entscheiden, ob meine Arbeit es denn auch wert ist, so lange aufbewahrt zu werden. Es gibt also Gründe das Papier immer noch zu mögen, dabei kenne ich selbstverständlich die Vorteile des digitalen Publizierens, ohne Frage, wieso sollte ich sonst diesen Text bloggen. Aber mit meinem Wunsch nach einem auf Papier gedruckten Buch, zusätzlich zur freien Digitalversion, begannen die Probleme.

Wir fassen zusammen:

Ich wollte ein Buch unter Open-Access-Lizenz drucken lassen und niemand hat mir das Ironie-Schild gezeigt.

Book On Demand (bzw. Print On Demand)

Meinen ersten Versuch startete ich bei „Book On Demand“-Verlagen. Mir persönlich ist es relativ egal, ob Fischer, Hogrefe oder Oldenburg als Verleger drauf steht. „Verlegen“, also ehrenwerterweise das Geld für den Druck vorstrecken, das tun die meisten Verlage schon lange nicht mehr. In meiner Erfahrung musste ich die Arbeit des Lektors und Verlegers selbst übernehmen,  also den Text mit Word setzen,  eine fertige PDF-Druckvorlage abliefern und dafür gutes Geld zahlen, wenn der Verlag einen guten Namen hat. Wofür brauche ich dann noch einen Verlag? Vielleicht fürs Cover, aber auch fürs Marketing, aber vor allem, weil Publikationen bei angesehenen Verlagen besser für den Lebenslauf oder die Wissenschaftskarriere erachtet werden. Vielleicht ein begründetes Vorurteil, trotzdem bleibt es ein Vorurteil, das mir persönlich zu teuer war. Ich bin dann doch eher ein Freund des digitalen Dogmas „publish first – filter later“, was bedeutet, dass der Verlag (und sogar das Medium) egal ist, wenn der Inhalt gut ist und dass der Inhalt überzeugen muss, nicht der Verlagsname. Ich habe mir also für meine Magisterarbeit (ca. 180 Seiten) drei Book-On-Demand-Anbieter genauer angeschaut:

Meine Bedingungen waren wie folgt: Buch mit ISBN, Online-Publikation, Open Access. Die Preise für mich als Autor und den Käufer des Buches sollten stimmen. Ich wählte eine einfache Ausstattung (Paperback), verzichtete auf eine Autorenmarge und kalkulierte mit einer Auflage von 100 Büchern, weil ich vermutete, so viele innerhalb eines Jahres verkaufen zu können.

Die folgenden Angaben sind nur ungefähre und gerundete Schätzwerte anhand meiner Bedingungen, die ich in die Formulare der Anbieter eingetragen habe. Aktuelle und individuelle Angaben sowohl zu den Preisen als auch zu den Autorenverträgen befinden sich auf den entsprechenden Webseiten der Book-on-Demand-Verlage. Also, alles ohne Gewähr.

Name Preis (100) Laden-preis ISBN eBook OpenAccess
BoD Classic 700€ 12€
eBook:
5€
Ja Ja Nein (exkl. Nutzungsrechte) Info-Paket BoD
ePubli 850€ Buch & eBook: 12€ Ja Ja Nein (einfache Nutzungsrechte, Buchpreisbindung)
Autorenvertrag ePubli
Grin 0 € eBook:
35€
Ja Ja Nein (exkl. Rechte, nur eBook, Honorar) Autorenvertrag Grin

Fazit: Book On Demand ist praktisch um schnell und günstig ein Buch zu drucken. Open Access und freie Lizenzen sind damit jedoch nicht vereinbar. Bei BoD und Grin muss man als Autor exklusive Nutzungsrechte einräumen, was eine Open-Access-Lizenz also ausschließt. Das liberalste Angebot hat ePubli, aber auch hier gibt es einen Passus im Autorenvertrag, der auf die Buchpreisbindung hinweist, die der Autor einhalten muss. Das heißt auch, der Autor darf das Buch später nicht kostenlos auf die Webseite stellen. Der günstigste Preis, den ich für die Online-Publikation bei ePubli einstellen konnte, war ca. 5€.

Am günstigsten für den Autor ist das Angebot von Grin, aber irgendjemand muss den Druck ja zahlen, also dann eben der Leser des Werks, der 35€ bis 40€ für ein dünnes Büchlein bezahlen soll. Bei ePubli und BoD Classic sind die Bücher sehr günstig, dafür muss ich als Autor für eine Mindestauflage von 100 Büchern das Geld vorstrecken und mich teils um den Vertrieb dieser Bücher kümmern. Book On Demand funktioniert für mich persönlich also nicht, schon alleine wegen der Unmöglichkeit unter Open-Access-Lizenz und kostenlos digital zu veröffentlichen und parallel das gedruckte Buch zu verkaufen.

Der „klassische“ Weg: Tectum Verlag

Nachdem Book On Demand keine Option war, machte ich mich auf die Suche nach einem Verlag, der Monographien unter Open Access Lizenz veröffentlichen lässt.  Ich machte mich auf der Webseite Open-Access.net schlau und fragte in deren Mailingliste nach. Mittlerweile entsteht etwas Bewegung bei den Verlagen, so dass man heute einzelne Ansprechpartner dort findet, aber als ich die Buchveröffentlichung vor etwa einem Jahr plante, gab es genau keinen einzigen Verlag, der geisteswissenschaftliche Monographien unter Open Access Lizenz veröffentlichen wollte, geschweige denn wusste, was CC-BY-3.0-DE bedeuteten würde. Mittlerweile gibt es manchen Universitätsverlag und einige Projekte in diesem Bereich, man darf es vorsichtige erste Schritte in die richtige Richtung nennen. Beworben werden diese Möglichkeiten aber nirgendwo. Wer sich umdreht oder lacht…

Also wendete ich mich an den Tectum Verlag, mit dem ich bereits als Herausgeber für einen Sammelband von studentischen Hausarbeiten (Blumen für Clio) gute Erfahrungen gemacht habe und verhandelte besondere Bedingungen aus. Der Tectum Verlag aus Marburg ist ein Wissenschaftsverlag, der hauptsächlich Dissertationen und Abschlussarbeiten veröffentlicht, neuerdings auch Sachbücher. Vielleicht ist dieser Verlag nicht so renommiert wie andere auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Monograghien, aber wie gesagt, auf Verlagsnamen lege ich persönlich nicht viel Wert und meine persönlichen Erfahrungen bei der Zusammenarbeit waren sehr gut und ihr Geld wert.

Der Verlag kümmert sich um ISBN, Cover, Vertrieb (sowohl offline als auch online) und Marketing. Die Druckvorlage habe ich aus Kostengründen selbst erstellt, man kann Lektorat, Satz und Korrektur aber auch beim Verlag „kaufen“, wenn man möchte.

So habe ich meine Arbeit zur Ansicht eingeschickt und erwähnt, dass ich auf Autorenhonorar verzichte, jedoch mein Buch gerne unter der Creative Commons-Lizenz 3.0 DE veröffentlichen möchte. Ich habe den Autorenvertrag nach Zusage des Verlags mein Buch zu veröffentlichen dementsprechend angepasst.  Bedingung seitens des Verlags war nur, dass diese Lizenz erst ein Jahr nach Veröffentlichung greift, bis dahin hat der Verlag die exklusiven Rechte für das Buch.

Ich finde, das war ein fairer Kompromiss, angesichts der anderen Autorenverträge, die ich bisher gesehen hatte. Er erlaubt dem Verlag wirtschaftlich zu arbeiten und mir die Vorteile beider Welten zu genießen. Nach einem Jahr gehen die Verkaufszahlen vermutlich eh wieder runter, so dass die freie Online-Publikation den Verkauf wohl eher wieder antreiben kann bzw. nicht weiter senken können wird. Auch der Ladenpreis ist nicht völlig überzogen, wenn auch nicht gerade billig. Natürlich hätte ich selbst mehr bezahlen müssen, wenn ich einen niedrigeren Ladenpreis gewollt hätte, das wäre zumindest verhandelbar gewesen.

Name Preis (Auflage) Laden-preis ISBN eBook OpenAccess
Tectum 250 € (<100), inkl. 10 Autoren-exemplare, 0€ ohne Autoren-exemplare 25€ Ja Ja Ja (ein Jahr exkl. Rechte ab Veröffentlichung, danach CC-BY-3.0-DE)

Wenn ich ganz auf Autorenexemplare verzichtet hätte, wäre das Buch sogar für mich kostenlos geworden. Aber ich wollte ein paar Exemplare verschenken können. Wenn man Monographien bei der VG Wort anmeldet, holt man das Geld aber locker wieder rein. (Übrigens: Der Vertrag mit der VGWort erlaubt auch Texte unter freien Lizenzen, im Gegensatz zu Verträgen mit dem musikalischen Gegenstück, der GEMA.)

Nun habe ich heute die Druckfahnen zugeschickt bekommen. Das Cover ist sehr passend zum Inhalt gewählt worden, alle meine Korrekturwünsche wurden umgesetzt (ich war in Sachen Nennung der Lizenzen der Cover-Bilder in der Titelei sehr pedantisch) und die Bearbeitungszeit blieb im Rahmen. Alles in allem fand ich die Zusammenarbeit sehr professionell und freue mich nun auf das Ergebnis, das bald im Buchhandel erscheint.

 

Foerster, Sascha: Die Angst vor dem Koreakrieg. Konrad Adenauer und die westdeutsche Bevölkerung 1950, Marburg: Tectum 2013 (ISBN: 978-3-8288-3213-8).

Alternative: Selbst einen Verlag gründen?

Während der Suche nach einem Verlag ist in mir die Überzeugung gewachsen, dass es bisher keinen Verlag gibt, der Open Access wirklich umsetzen möchte, ja sogar als ein Geschäftsmodell betrachtet. Also, wieso nicht selbst einen Verlag gründen, dachte ich. So habe ich mal grob zusammen gerechnet, was das kosten würde:

  • ISBN-Liste beantragen (http://www.german-isbn.org/PDF/VLB-Preisliste.pdf; ca. 80 € jährlich)
  • Cover selbst erstellen (1 Arbeitstag; Designer beauftragen, ca. 100€)
  • Lektorat und Korrektur (ca. 10 Arbeitstage)
  • Druckerei finden und Buch drucken (100 Stück, z.B. http://cpibooks.com, ca. 400€)
  • Erstellung und Publikation der eBooks (1 Arbeitstage)
  • Vertrieb (ca. 250€, Arbeitszeit?)
  • Marketing: Webseite & Social Media (3 Arbeitstage, Hosting & Domain)

Wahrscheinlich liege ich mit den Schätzungen der Arbeitszeit  unter den tatsächlichen Verhältnissen. Die Grundinvestitionen bleiben vermutlich trotzdem im niedrigen vierstelligen Bereich. Zeit ist natürlich auch Geld. Die Grundidee ist ganz einfach: Ein Verlag, der Bücher  kostendeckend druckt und verkauft und online die Bücher kostenlos verfügbar macht, jeweils unter freier Lizenz. Da steckt natürlich schon die Gefahr des Modells drin: Jeder andere Verlag kann das Buch billiger drucken und unter freier Lizenz verkaufen. Oder keiner möchte es kaufen, weil es kostenlos verfügbar ist.

Eine Erweiterung des Geschäftsmodells könnte vorsehen, freie Inhalte mit CC-Lizenz wie Blogs, Wikipedia und andere freie Wikis als Buch auszudrucken und zu verkaufen. Die Autoren verzichten auf das Honorar, der Verlag arbeitet mit fairen Löhnen, der Buchkäufer bezahlt das Buch und die Entstehungskosten des Buchs. Blogger könnten einen Button in ihren Blog einkaufen: „Blog als Buch bestellen“.

Diese Idee hege ich schon länger, aber vielleicht brauche ich mal einen Realismus-Check, d.h. jemanden, der mir hilft den Business Case durchzurechnen, um festzustellen, dass es nicht klappt und dass es deswegen noch niemand macht. Noch schöner wäre es, Mitstreiter für diese Idee zu finden, so dass ein solcher Verlag entsteht. Die anderen Verlage dürfen die Idee gerne kopieren, dann hätte ich erreicht, was ich wollte.

Update 3. September 2014

Es scheint so, als müsste ich doch keinen Verlag mehr selbst gründen, da sich der Markt für OpenAccess-Publikationen ständig weiterentwickelt. Beispielsweise hat epubli mittlerweile eine neue Internetseite und neue Angebote. Auf dieser Internetseite wird auch explizit auf die Möglichkeit von CreativeCommons-Autorenverträgen hingewiesen. Das gibt Pluspunkte! Ich muss aber zugeben, dass ich die anderen Anbieter jetzt nicht mehr überprüft habe.

http://www.epubli.de/buch/wissenschaftliche-arbeiten

Als Dankeschön für das Crowdfunding bei den Nachkriegskindern habe ich dort auch testweise meine Diplomarbeit bei epubli drucken lassen und mit der Qualität war ich durchaus zufrieden.

Sascha Foerster

#Bonn #Blogs #Wissenschaft

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18 Antworten

  1. Moritz sagt:

    Schöner Artikel, sehr interessant. Hast du Informationen, wie der tectum-Verlag das finanziell stemmt? Hört man den “Etablierten” bei ihrem Wehklagen zu, könnte man ja denken dass wissenschaftliche Bücher nur noch mit Druckkostenzuschüssen in Neuwagenpreisregionen überhaupt machbar sind.

    Außerdem stellt sich mir die Frage nach der Buchpreisbindung – ist diese wirklich ein Hindernis für Open Access? Meinem Halbwissen nach gilt diese ja nicht für den nackten Text, sondern für eine Ausgabe eines Werkes – sonst würden Taschenbücher ja überhaupt nicht existieren.

    • Danke Moritz! Wie der Tectum Verlag finanziell aufgestellt ist, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass sie neuerdings eine Sachbuchreihe verlegen, wobei ein Titel zur Finanzkrise sogar bei den Spiegel-Bestsellern war. Vielleicht gibt es ja darüber Quersubventionierung? Aber da weiß ich nichts genaues.
      Was die Buchpreisbindung betrifft, so ist diese nur ein Hindernis, wenn der Verlag einen Mindestpreis für die digitale Edition verlangt (was z.B. bei ePubli der Fall ist). Damit meinen die dann alle Formate, also es hilft auch nichts PDFs zu verkaufen, aber TXT kostenlos freizugeben. Somit müsste ich diesen Preis auch auf meiner eigenen Webseite verlangen, was Open Access wiederum konterkariert.
      Erst heute bin ich bei Twitter auf diese Liste von Verlagen aufmerksam gemacht worden:
      http://www.doabooks.org/doab?func=publisher&uiLanguage=en

      https://twitter.com/ankrjoe/status/380329496496586752

      Davon kannte ich vier Verlage namentlich: Böhlau, De Gruyter, Springer und natürlich OpenEdition (die ja auch hypotheses.org betreiben).
      De Gruyer hat eine eigene Lizenz (De Gruyter Open Access) und der Spass kostet ca. 1500€. )
      Springer benutzt nur die CC-BY-NC-Lizenz, Böhlau engt es sogar auf CC-BY-ND-NC ein. Bei OpenEdition ist die Lizenz nicht vermerkt, aber bisher sind nur 4 Bücher bei DOABooks verlinkt.
      Ich möchte aber gerne CC-BY wählen und dafür nicht 1500€ zahlen. Die Frage ist auch, ob Springer oder de Gruyter meine Arbeit überhaupt angenommen hätten, selbst wenn ich bereit gewesen wäre, das zu zahlen.
      Ich freue mich auf weitere Ideen und Vorschläge! 🙂

  2. Viola sagt:

    Es gibt einige Verlage, die Open Access unterstützen, z.B. Monsenstein und Vannerdat in Münster.

    Zudem bieten einige Hochschulen mit eigenen Verlagen oder eigenen Schriftenreihen die Möglichkeit, hybrid (gedruckt und online) zu publizieren, wobei im Vertrag festgelegt wird, daß der Autor für diese Ausgabe nur das einfache Nutzungsrecht einräumt und sein Werk noch anderweitig verwenden kann.
    Ein Beispiel dafür ist die Reihe der Uni Münster, für die die Unibibliothek mit dem besagten Verlag Monsenstein & Vannerdat kooperiert: Die Druckausgabe wird vom Verlag erstellt und vertrieben, die Bibliothek betreut den Autor und stellt den Dokumenten-Server für die Online-Version. Die Wahl von CC-Lizenzen wird nach dem Update des Münsteraner Servers in einigen Wochen möglich sein.

    Wenn man möchte, daß das eigene Werk dann auch in wissenschaftlichen Bibliotheken im Regal zu finden ist, sollte von reinen Books-on-Demand-Verlagen und “Diplomarbeits-Läden” wie GRIN Abstand nehmen, da die Titel solcher Verlage von den zuständigen Fachreferenten meistens nicht erworben werden.

    • Hallo Viola,

      Danke für deinen Kommentar! Ich habe mir den Verlag und die Reihe angeschaut:
      Auf den verschiedenen Webseiten des Verlags kann ich nicht ersehen, dass der Verlag Open Access anbietet. Wenn ich mir den Autorenvertrag anschaue, dann steht dort, ebenfalls, dass sie exklusive Nutzungsrechte wollen, sowohl für Print als auch Online.

      Die Online-Kalkulation ergab einen Preis von etwa 900€ für 100 Bücher (Ladenpreis: 11€). Dienstleistungen wie Cover, eBook-Erstellung, etc. werden einzeln abgerechnet. So würde ich bei gleicher Leistung (Cover, Vertrieb, Marketing, Webseite,…) wie beim Tectum Verlag weit mehr als 1000€ zahlen müssen.

      Universitätsreihen nutzen mir insofern nichts, da ich nicht in Münster eingeschrieben bin, was jedoch Voraussetzung ist, wie mir die Webseite der Reihe, die du verlinkt hast (miami), schon auf der Startseite verrät.

      Bliebe noch der Verlag der Uni Bonn übrig “Bonn University Press”. Dieser Service wird von Vandenhoeck & Ruprecht angeboten. Diese haben tatsächlich ein Open Access Angebot, wiederum mit einigen Nachteilen:
      http://web.archive.org/web/20140330151314/http://www.v-r.de/de/content-509-509/open_access_bei_vundr_unipress/
      – Die Lizenz ist nur CC-BY-ND-NC. Diese empfinde ich als zu eng.
      – Immerhin ist es möglich zeitgleich Online und Print zu publizieren.
      Und hier geht es zum Angebot für Autoren:
      http://www.v-r.de/_uploads_media/files/oa-_angebot_vur_academic_mono_und_journals_juli_2013_014138.pdf
      Ich zitiere:
      “Open Access Projekt 180 Seiten:
      Publikationsgebühr 5.447 € oder inkl. 20 Belegexemplare: 5.839 € zzgl. MwST”.

      • Viola sagt:

        Der Verlag Monsenstein & Vannerdat hat mehrere Imprints und Reihen; Ruckzuckbuch ist nur ein Teil davon.
        Wissenschaftliche Veröffentlichungen erscheinen z.B. bei “MV Wissenschaft”.
        Auf dieser Seite wird z.B. erläutert: “Da die Rechte stets beim Autor verbleiben ist eine gleichzeitige Publikation auf elektronischem Wege oder eine anderweitige Verwendung des Textmaterials problemlos möglich.”
        So wie ich die Mitarbeiter des Verlags kennengelernt habe, sind sie sehr kooperativ und vermutlich auch für CC-BY zu haben. 🙂

        Ein Uni-Verlag ist natürlich in der Tat nur eine Option, wenn es so etwas an der eigenen Uni gibt. Aber an vielen Unis ist das Angebot noch relativ unbekannt, und die Leut’ suchen nur bei “großen” Verlagen nach Veröffentlichungsmöglichkeiten.

        • Okay, der Verlag schreibt dort “Wir unterstützen Open Access – bedingungslos.” Dann ist es also nur noch eine Frage des Preises. Da ist mir nicht ganz klar, wie Grundpreis, Auflage und Vertrieb zusammenhängen. Muss ich 100 Bücher per Book-on-Demand bestellen, damit der Verlag diese dann vertreiben kann? Oder reicht es vielleicht aus 10 Belegexemplare drucken zu lassen und wenn dann 20 Bestellungen bei Amazon reinkommen, druckt der Verlag nach? Weißt du das?

          • Viola sagt:

            Da kenne ich die Details nur von der Schriftenreihe der Uni Münster, die von MV gedruckt wird:
            Man bezahlt einen “Sockelbetrag” von 195€ für die Grunddienstleistungen (Satz des Covers, Einrichten der Druckmaster-Dateien, Vertrieb usw.), und dann berechnen sich die Kosten je nach Zahl der Schwarzweiß- und der Farbseiten des Werkes sowie nach der Zahl der gewünschten Bücher (da gibt es Staffelpreise für 1-24, 25-50, 51-x usw. Bücher).
            Man muß keine bestimmte Zahl an gedruckten Büchern für sich selbst abnehmen; die Bibliothek erhält aber in jedem Fall einige Exemplare für die Archivierung und den Tausch mit anderen Bibliotheken.
            Die Abnahme einer “Grundmenge” von z.B. 100 Büchern ist nicht notwendig, da ja on demand gedruckt wird, wenn eine Bestellung seitens des Buchhandels oder einzelner Käufer eingeht.
            Man kann auch später zum Autorenpreis jederzeit 1-n Bücher nachbestellen.

  3. Der Ver­lag Mon­sen­stein & Van­ner­dat hat einen guten Ruf, was die Qualität der Bücher betrifft. Ein Vertrag bindet den Autor auf 2 Jahre, Option auf Verlängerung ist möglich. OA ist absolut kein Problem.

    Anmerkung: Einen Verlag selbst zu gründen hat auch steuerliche Auswirkungen (Gewerbeschein, Selbständigkeit in diesem Sinne, IHK-Mitgliedschaft). Zudem ist der Vertrieb einfach mal so nicht gemacht, da man keine Vertriebskanäle hat und diese erst einmal aufbauen muß. Das bedeutet bei wissenschaftlichen Werken die wissenschaftlichen Bibliotheken (Fachreferenten) über die Erscheinung zu informieren, die solche Mails tausendfach am Tag bekommen. Eine Listung beim Buchhandel ist außer über Grossisten wie KNV oder Libri nicht möglich. Sollte ein Buch bestellt werden, geht es an die Rechnungslegung, Buchführung, Verschickung, eventuell Mahnungen usw. Eine Menge Arbeit ist das, die ein Wissenschaftler ohne Vorkenntnisse nicht einfach mal so macht.

    Was mich interessieren würde, was Marketing bei Tectum ganz konkret bedeutet. Newsletter? Mailinglisten? Buch auf Konferenztisch bewerben? Rezensionsexemplare verschicken? Social Media Marketing? Marketing nur so ist mir zu unkonkret.

    • Vielen Dank für die vielen Ideen und Anregungen. Zu den letzten Kommentaren möchte ich mich noch äußern.

      Es gibt also mehrere Verlage in Deutschland, die bereit sind zumindest auf Nachfrage tatsächlich OpenAccess, wie ich es mir vorstelle, für (wissenschaftliche) Monographien anzubieten: unter CC-BY-Lizenz und trotzdem bezahlbar für Autor und Leser. Darunter sind neben Tectum (unter gewissen anderen Bedingungen) genannt worden:

      Monsenstein & Vannerdat: http://www.mv-verlag.de (tritt als Dienstleister für Universitätsverlage auf, wie z. B. in Münster und Saarbrücken)
      VHW: http://www.vwh-verlag.de
      Book-On-Demand: http://www.book-on-demand.de

      Warum CC-BY wichtig ist und CC-BY-NC (non-commercial) nicht reicht, kann man hier nachlesen: http://irights.info/userfiles/CC-NC_Leitfaden_web.pdf (Danke für den Hinweis von Daniel Dietrich). Allenfalls CC-BY-SA (ShareAlike) ist eine Alternative.

      Dabei erscheinen mir die Angebote von M&V und VHW vergleichsweise attraktiv. Was mir immer noch missfällt ist, dass es trotz der Möglichkeiten zum Digitaldruck bei Auflagenmindestgröße 1, trotz der so entstehenden Möglichkeit zu vernünftigen Preise, sowohl für Verlag, als auch für Leser und Käufer, keinen Verlag gibt, der ein Experiment wagt, nämlich sich Open Access als zentrales Merkmal auf die Fahnen zu schreiben und daran zu glauben, dass kostenlose Online-Publikationen (sowohl PDF, ePub, usw.) nicht zu weniger sondern zu höheren Buchverkaufszahlen führen, wenn das Kaufen der Buchversion so leicht und günstig wie möglich gestaltet wird. Ich gebe zu, dass man die Bedingungen des Erfolgs erst mal ausprobieren müsste. Dazu ist aber keiner bereit, daher mein etwas leichtsinniger Vorschlag selbst einen solchen Verlag zu gründen. Anfangen würde ich dabei in der kleinstmöglichen Version, dem Selbstverlag, der ein Netzangebot aufstellt. Aber was mir wirklich fehlt, sind Zeit, juristisches Wissen und ein vollständiges Business Modell.
      Mir sind sehr wohl die steuerlichen Implikationen bewusst, da ich bisher schon einige Webdienstleistungen auf selbstständiger Basis geleistet habe und somit erste Erfahrungen darin gesammelt habe. Vertriebswege aufbauen ist tatsächlich eine Schwierigkeit, aber erst heute habe ich davon gelesen, dass es Book-On-Demand-Dienste gibt, die auch die Lieferung und Rechnungswesen übernehmen, wenn auch die Qualität dieser Dienste noch sehr zu wünschen übrig lässt:
      http://www.literaturcafe.de/createspace-von-amazon-sinnvoller-service-fuer-kleine-verlage/
      Wenn es diesen Service in Deutschland mit guter Qualität und schneller Lieferung gibt, dann vermute ich wird die digitale Veränderung noch mal den Buchmarkt auf den Kopf stellen.

      Dann gab es noch die Frage von Wenke Bönisch zum Marketing des Tectum Verlags. Der Verlag rät für Wissenschaftspublikationen vor allem zu Marketing durch Rezensionen in Fachzeitschriften. Dabei hilft der Verlag dem Autor, im Endeffekt muss der Autor jedoch die entsprechenden Zeitschriften vorschlagen und jemanden finden, der bereit ist eine Rezension für sein Buch zu schreiben. Darüber hinaus gibt es:
      – Online-Präsentation durch Homepage, Facebook, Newsletter
      – Direktwerbung bei Rezensenten, Institutionen und Zeitschriftenredaktionen (werden auf Vorschlag angeschrieben)
      – individuelles Werbematerial (auf Wunsch, teils gegen Gebühr)
      – Neuerscheinungskatalogen für Bibliotheken, Institute, Buchhandlungen, etc. (Auflage: 10.000)
      – Eintrag in Online-Kataloge (z. B. Amazon) und in die klassischen Verzeichnisse und Datenbanken DNB, KNV, VLB
      – Stand bei der Frankfurter Buchmesse und anderen Messen
      Ich hoffe, dass war konkret genug. In dieser Hinsicht wäre ich gespannt, wie das ideale Marketing für Wissenschaftsmonographien aussehen könnte. Gibt es dazu Vorschläge?

      Meine Idee wäre es ja, kostenlos möglichst freien Online-Zugriff auf den Text zu geben, so dass das Buch oft gelesen, zitiert und damit am Ende auch gekauft wird. Ich würde das Marketing auch so gestalten, dass die Online-Leser eines Buches ihrer Bibliothek ganz einfach eine Email mit dem Anschaffungswunsch zusenden können. Da würde ich die alten, kostenauwendigen Wege aus Pragmatismus wegfallen lassen wollen. Und zuletzt sollte es so einfach, günstig und schnell wie nur möglich sein ein echtes Buch zu bestellen, so dass keine unnötigen Hürden geschaffen werden.

      Übrigens habe ich gestern noch Horrorgeschichten gehört, wie Wissenschaftler die Rechte an ihren Büchern achtlos weggegeben haben (exklusive Rechte für immer und überall), der Verlag diese Bücher dann zu horrenden Preisen verkaufen wollen, so dass die Autoren der Texte selbst nicht mehr auf die Online- und Print-Versionen des Buches zugreifen konnten, weil sie der Bibliothek und dem Institut am Ende zu teuer waren. Wofür macht man dann eigentlich Wissenschaft?

  4. Eva Kraus sagt:

    Danke für den Beitrag! Die Frage bewegte mich kürzlich auch, als es um die Publikation meiner Disssertation ging. Ich wollte a) Open Access online publizieren und b) den Text auch als gedrucktes Buch anbieten können, zu einem für Normalverbraucher akzeptablen Ladenpreis. Forderung a) ließ sich durch die Online-Publikation auf dem Hochschulserver erledigen. Forderung b), das parallele Buch, war nach meiner Erfahrung Verhandlungssache. Man sollte sich hier nicht von den fehlenden oder anders lautenden Angaben der Verlage und Book-on-Demand-Anbieter auf ihren Webseiten abschrecken lassen. Mir persönlich ist kein Verlag begegnet, der auf Nachfrage (!) ein Problem mit der parallelen Open Access-Publikation im Netz hatte. Nur der Ladenpreis hätte sich dann zum Teil erhöht, “weil man das Buch dann ja nicht mehr verkaufen kann”. Schon klar. Meine Lösung wurde am Ende ein von dir nicht geprüfter BoD-Anbieter, “book-on-demand.de” (nicht zu verwechseln mit bod.de). Die Open-Access-Publikation war kein Problem (auf Nachfrage!), wir haben einen Vertrag über 2 Jahre geschlossen, d.h. danach habe ich die Möglichkeit, den Vertrag zu kündigen und verfüge wieder selbst über alle Nutzungsrechte. Ladenpreis 19,95 €, incl. Honorar für mich. Bisheriger Absatz (in knapp 3 Monaten): 142 Exemplaren (zu den 180, die ich selbst gebraucht habe). Weitere Angaben s. hier: http://digiwis.de/blog/2013/07/17/experiment-selfpublishing-oder-wie-veroeffentliche-ich-meine-dissertation/#comment-2816

  5. Hubertus Kohle sagt:

    Ich habe beim Verlag vwh in Glückstadt (http://www.vwh-verlag.de/vwh/?page_id=11) vor kurzem ein Buch über Digitale Bildwissenschaft veröffentlicht. Werner Hülsbusch, der dahinter steht, ist ein ungemein zugänglicher Mensch, und auf die Frage open access hat er gleich zugesagt und augenzwinkernd hinzugefügt, dass ich das ja nicht immer so offen vor mir hertragen solle, damit er auch noch was verkauft. 3500 Zuschuss. Die musste ich ihm fast aufdrängen. Dafür keinerlei Embargofrist, ein hervorragendes Lektorat (der Mann ist ein Idealist, obwohl er damit ja eigentlich nur das macht, was Verlage machen sollten), Verkaufspreis als Buch knapp 17 Euro, als kindle (jawoll, hat er auch gemacht, wollte mal Erfahrungen sammeln, aber für einen professionellen Drucker ist die ästhetische Qualität eines maschinengeschriebenen Proseminar-Referates doch nicht erträglich) für knapp 10, und bei art dok in heidelberg frei zugänglich unter http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/2185/ Ich schimpfe ja immer ein wenig auf die Verlage, aber hier war es das reine Vergnügen

  6. Danke für den Artikel und den Erfahrungsbericht zu Open Access-Veröffentlichungen. Ich entwickle bei epubli den Bereich Wissenschaft und freue mich, dass besonders im Open-Access-Bereich die Nachfrage wächst – ich denke, als Self-Publishing-Plattform sind wir hier gut aufgestellt. In einigen Punkten möchte ich den Beitrag ergänzen:

    *Open Access
    Bei epubli erhalten Sie auf Anfrage einen speziellen Autorenvertrag für jede CC-Lizenz. Dies habe ich auch für meine Doktorarbeit in Anspruch genommen, die ohne Zusatzkosten nun im ePubli-Shop ( http://bit.ly/10DKgGv ) wie auch im eDiss-Repositorium der Uni Göttingen ( http://bit.ly/14xSCKJ ). Weitere Beispiele finden sich unter epubli.de/science , oder das Open-Access-Kunstbuch von der Willi Baumeister Stiftunng (epub.li/wb-2013)

    *Kosten und Vertragslaufzeit
    Auch mit einer speziellen CC-Lizenz kostet Sie die Veröffentlichung mit ISBN-Nummer und Vertrieb einmalig 14,95 €, ohne weitere Zusatzgebühren. Die Kündigungsfrist beträgt bei epubli 5 Tage. Sie können Ihr Werk sofort im Open Access anbieten, ohne Wartezeit.

    Da das Buch im Print-on-Demand-Verfahren angeboten wird, fallen für Sie keine Druckkosten an und Sie benötigen keine Mindestauflage. Sobald jemand das Buch bestellt, sind die Kosten für den Druck automatisch über den Mindestpreis abgedeckt. Den Verkaufspreis können Sie selbst einstellen; aus der Differenz zum Herstellungspreis ergibt sich das Autorenhonorar. Für Ihre persönlichen Exemplare zahlen Sie lediglich den Herstellungspreis.

    Wenn Sie das Tectum-Angebot mit einer Veröffentlichung bei epubli vergleichen, ergibt sich damit folgendes Bild:

    ISBN und Vertrieb (CC-Lizenz): 14,95 €
    10 Autorenexemplare (A5, 180 Seiten): 90,09 €
    (genauer unter http://www.epubli.de/projects/preise )
    eBook-Vertrieb (mit zweiter ISBN): 14,95 €
    Gesamtkosten: 119,99 €

    Mindestverkaufspreis: 12,52 €
    (Autorenhonorar z.B. 3,86-6,47€ nach Plattform bei einem Verkaufspreis von 19,90 € für die Print-Ausgabe / 60-80% des Nettoverkaufspreises bei der eBook-Ausgabe)

    *Werbung
    – die Online-Präsentation gibt es über die Seite im epubli-Shop, über die sich auch die eBook-Ausgabe in sämtlichen Shops erreichen lässt

    – VG Wort: prüft bei wissenschaftlichen Autoren die Präsenz in mind. 5 Bibliotheken aus mind. 2 Bibliotheksverbünden. Wer hier sicher gehen will, kann überlegen, der Schriftentauschstelle der örtlichen Bibliothek einige Exemplare zu schenken, die dann verteilt werden.

    – Rezensionen in Fachzeitschriften: Statt dem Verlag einen Vorschlag zu schreiben, welche Zeitschriften er kontaktiert, ist es meiner Erfahrung nach schneller, die Zeitschriften selbst anzuschreiben und bei Bedarf ein Rezensionsexemplar verschicken zu lassen.

    – Buch auf der Frankfurter Buchmesse: Ich komme gerade von der Buchmesse. Kurz gesagt, ich bin skeptisch. Da es sich nicht um eine Kunstmesse handelt, wird auch der neugierige Besucher dort nicht auf Publikation aufmerksam. Am Mittwoch bin ich an einigen tausend Büchern vorübergegangen, die auch nur durchzublättern an einem Messetag doch schwerfällt. In Verbund mit Plakaten und Aufstellern gibt es im Belletristik-Bereich vielleicht eine Werbewirkung, in der Wissenschaft würde ich auf Rezensionen, eine Webseite, Empfehlungen und Google Book Search setzen.

    – Kataloge über Neuerscheinungen an Bibliotheken: geht meist in die Rundablage; relevant für Beschaffungsabteilungen sind Rezensionen. Bei Bedarf lässt sich schnell ein Emailverteiler an Beschaffungsabteilungen erstellen (dauert ca. 90 Minuten), und per Google Mail Merge eine kurze Email zusenden. Damit ist bereits 150% von dem erreicht, was ein Wissenschaftsverlag für die Backlist leisten kann.

    Welcher Verlag auch immer gewählt wird; die Sichtbarkeit der Bücher erhöht sich mit Open Access deutlich. Viel Erfolg mit der Publikation!

  7. @CMBoulanger sagt:

    Monographien unter Open-Access-Lizenz publizieren: eine Odyssee durch Papier und Bytes http://t.co/11xCYjwKrr via @Sascha_Foerster

  1. 30. September 2013

    […] und als Open-Access-Variante unter CC-By 3.0-Lizenz. Über seine Erfahrungen berichtete er in einem Blogbeitrag (via Archivalia). Ihm würde auch die neueste Änderung des Urheberrechtsgesetzes nicht helfen. Ein […]

  2. 1. Oktober 2013

    […] Als ich beschlossen habe meine Magisterarbeit zu veröffentlichen, habe ich nicht erwartet, dass es so kompliziert werden würde. Ich dachte, ich stelle das Dokument einfach als PDF auf die Webseite, natürlich unter eine freie …  […]

  3. 21. November 2013

    […] Am Ende hatte ich dann zwei zur Auswahl, die mir immer wieder mal im Netz durch Erfahrungen wie hier bei Sascha Förster begegneten und die ich mir dann näher anschaute: Monsenstein und Vannerdat (M&V) sowie […]

  4. 30. Januar 2015

    […] (der gedruckte Titel und der Katalogtitel weichen leider voneinander ab). Über die Schwierigkeiten des Publizierens von Monographien unter OpenAccess-Lizenz habe ich bereits gebloggt. Die Arbeit selbst wird ab November 2014 hier unter der Lizenz CC-BY 3.0 […]

  5. 17. Februar 2015

    […] an dieser Stelle kurz von den Erfahrungen eines jungen Wissenschaftlers berichten, und auf seinen Blog […]

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