Am 24. Februar fand das erste MünsterCamp statt. Es fand nicht nur in Münster statt sondern auch das Thema war: Münster. Jetzt könnte man sich fragen: Was macht der Bonner in Münster? Aber die beiden Städte haben viel gemeinsam. Und der Austausch beim Barcamp war einfach toll!

So wird man in Münster begrüßt: Klingeling!

Bonn möchte Fahrradhauptstadt 2020 werden – Münster wächst immer weiter und erstickt in Fahrrädern, wegen einer Fahrradinfrastruktur aus den 70ern für viel zu wenige Menschen. Beide Städte haben übrigens in etwa 300.000 Einwohner. Es gibt also zumindest eine Gemeinsamkeit, wenn auch einige Unterschiede.

In Münster wird die Initiative Münsterland.digital von DWNRW gefördert, in Bonn haben wir den Digital Hub Region Bonn. Münster hat einen Verein, Bonn eine AG. Schon alleine die beiden Themen haben in den Kaffeepausen zwischen den organisierten Kaffeepausen schönen Raum einnehmen können.

Das Kreativhaus – ein schöner Raum in Münster

Die Location war das Kreativhaus, super gelegen in Bahnhofsnähe. Die Ansprechpartnerin vom Haus wurde mir vorgestellt und ach, auch sie kommt aus Bonn, lebt und liebt jetzt Münster.  Direkt dabei begrüßten mich Andrea Hansen und Kai Heddergott, die als Organisatoren mich netterweise noch mal freundlich auf das 1. Barcamp in Münster hingewiesen haben. Tickets waren umsonst, die Reise war es nicht!

Begrüßung und Sessionplanung

Die alten Barcamphasen kennen das Ritual. Aber für mich war es erfrischend noch mal in der Teilnehmerrolle zu sein. Und ich habe mich von Andrea und Kai inspirieren lassen, den Ablauf eines Barcamps wirklich allen noch mal in einfachen Worten zu erklären. Das ist ihnen gelungen, ohne dass es deswegen längen gab. Ganz im Gegenteil entsponn sich in der Vorstellungsrunde ein Running Gag der Münsteraner, welcher der vielen Stadtteile wohl der schönste sei. Um nicht in die Verlegenheit zu kommen, Bonn als schönsten Stadtteil Kölns verteidigen zu müssen, wagte ich den Angriff: #BonnLiebe. #Münster sei aber #Auchschön. So macht man sich nicht gerade beliebt.

Die Sessions

Bei der ersten Session fühlte ich mich ganz an Bonn vor drei Jahren erinnert: „Wie kann man die digitalen Initativen in (Bonn) Münster vernetzen?“ Die Antwort „mit einem Barcamp“ kam auch, und welche Überraschung, dass wir gerade bei einem waren. Münster hat keine zentrale Plattform, wo sich die digitalen Initiativen wiederfinden und vernetzen können.

Lebensqualität war aber auch ein ganz wichtiges Thema, um zu erklären, warum es ein digitales Münster braucht:  “What’s in it for me?” Das fragt sich nicht nur der Münsteraner, auch für Bonn ist die Frage nach der Motivation sehr wichtig. Es wurde beschlossen wenigstens mal mit einem gemeinsamen Hashtag zu beginnen: #Münsterdigital. Ich fragte am Ende, wer sich denn nun verantwortlich fühlte: fünf bis sechs zeigten auf. Die werden das hoffentlich motiviert vorantreiben.

Was geht eigentlich so in Bonn digital?

Es folgte meine eigene Session. Ich erzählte die Entstehungsgeschichte hinter Bonn.digital, wollte mich selbst auf 20 Minuten begrenzen, knackte aber sofort die 35 Minuten, als ich alle Webseiten und die Geschichten dahinter erzählen wollte.

Bundesstadt.com, BonnerBlogs.de, Bonn.jetzt, Bonn.Community und Bonn.wiki, als Portale, aber auch die lokale Listen bei Twitter, Gruppen bei Facebook und viele andere Netze, die lokale Relevanz haben, wollten gezeigt werden. Auch Geschichten von der Stadt, Politik, Verwaltung und anderen Bonner Institutionen wollten erzählt werden, aber ich wollte ja auch zuhören, was in Münster so passiert. Scheinbar viel: und selbst Vertreter der Stadt waren beim ersten Camp dabei und tauschten sich über Ideen für Münster aus.

Die Mittagspause flog rum, es gab leckeres Curry. Überhaupt gab es im Kreativhaus nicht Catering von der Stande, sondern liebevoll abgeschmeckte Gerichte, die uns herzlich und persönlich serviert wurden. Danke dafür!

Mobilität und Stadtmarketing vs. Münster4Life

Im obersten Stock sprachen wir dann über „Mobilität jenseits des Fahrrads“. Beziehungsweise diesmal versuchte ich mehr zuzuhören. Ein Vertreter der lokalen Stadtwerke war da und man diskutierte von Tesla, über moralische Entscheidung einer künstlichen Intelligenz im Auto bis zu Tarifstrukturen. Am Ende wollte ich noch schnell die Vision loswerden, dass ich am liebsten mich einfach fortbewegen möchte, ohne komplizierte Zahlungsvorgänge und Tickets, möglichst „intermodal“ und immer an meine Bedürfnisse orientert. Mit dem Bus zum Fahrrad durch den Supermarkt und dann zum Kombi. Träumen wird man ja wohl noch dürfen. Und wer weiß, welches Startup diese Träume bald erfüllen wird.

Ruckizucki waren wir dann auch schon bei der letzten Session? Brauchen wir noch Stadtmarketing fragte bewusst provokativ Simone Weilandt. Zwar bekommt Münster demnächst ein neues Corporate Design, aber müsste sich beim Stadtmarketing deswegen etwas an der Kommunikation ändern?

Im Raum saß auch der Macher hinter „Münster4Life“, kur MS4L, der ein lokales Portal nur mit positiven Meldungen und Lebensfreude aus dem Münsterland aufgebaut hat. „Wenn es nichts zu kommunizieren gibt, dann kommunizieren wir auch nicht.“ Ein Konzept darüber hinaus? Gibt es nicht? Wäre eine Kooperation mit Münster4Life nicht eine neue Form das Stadtmarketings? Beide Seiten fühlen sich sehr in der Sache Münster verbunden und kennen sich auch gut. Beim Thema Kooperationen, da war jetzt keine überschängliche Begeisterung spürbar, vielleicht weil beide sehr unterschiedlich arbeiten, aber doch eine deutliche Wertschätzung.

Wir sprachen über Instagram-Hashtags wie #exploreMünster und Instawalks, über Blogger Relations auf Augenhöhe, über Rotation Curation bei Twitter und dem Drucken von Instagram-Fotos auf Stadtposter. Viele Ideen wurden getauscht, wie aus dem Stadtmarketing ein Community-Management für Stadtmarketing werden kann. Ich empfahl eine Art „TourismusCamp“ um die Blogger und Social-Media-affinen Münsteraner mal mit den „Leistungsträgern“ aus Wirtschaft und Tourismus zusammenzubringen.

Feedbackrunde

Das berühmte Bio-Bier aus Münster: Pinkus!

Das MünsterCamp war Barcamp pur. Schöne Gespräche, super Atmosphäre, entspannte und interessante Menschen, Austausch auf Augenhöhe. Und zum Ende gab es nach der gut gefüllten Feedback-Runde noch ein leckeres Münsteraner Bio-Bier, Pinkus, dass sogar in den USA verkauft wird. In diesem Sinne sage ich „Prost“, danke allen die mitgemacht haben, besonders den Sponsoren und freue mich auf den nächsten Besuch in Münster und viel Besuch aus Münster in Bonn.

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