re:publica 2014: Als David Hasselhoff sang und Geschichte getwittert wurde #rp14

Dieses Jahr war ich zum zweiten Mal bei der re:publica, aus der mittlerweile nicht nur ein Blogger-Klassentreffen, sondern auch eine (digitale) Gesellschaftskonferenz geworden ist. Man trifft Wissenschaftler, Marketingleute und Menschen, die einfach aus Leidenschaft bloggen, twittern, instagrammen, einfach weil sie in diesem Netz sind, arbeiten, sich vernetzen oder sich dafür interessieren.

#selfietime mit Jürgen Vielmeier und Karin Krubeck

#selfietime mit Jürgen Vielmeier und Karin Krubeck

Viele Menschen kannte ich schon vor der Konferenz, weil ich mich auf Twitter vernetzt hatte oder die Blogs las. Umso schöner ist es dann, wenn man sich persönlich trifft, Ideen austauscht oder einfach auf dem Hof oder dem sogenannten  “Affenfelsen” “rumhängt”, was aber angesichts des engen Zeitraums nur selten passierte. Ohne einzelne Namen zu nennen, möchte ich einfach Danke sagen. Wichtig ist deshalb: wenn man die Wahl hat zwischen einer Session und einem guten Gespräch, dann sollte man immer das Gespräch vorziehen. Die Sessions kann sich immer später noch einmal anschauen. Auch wenn ich vor allem die Zeit für Gespräche genutzt habe, gibt es ein paar Sessions, die ich weiterempfehlen möchte.

Kategorie “Cool”

Zumindest kannten meine Großeltern David Hasselhoff!

Zumindest kannten meine Großeltern David Hasselhoff!

David Hasselhoff war bei der re:publica und hat für uns gesungen. Eigentlich lohnt es sich überhaupt nicht, das ganze Video anzuschauen, alles nur Werbegewäsch einer finnischen Antivirenfirma, das ich kein Stück ernst nehmen konnte, weil es nur so von Marketing und “Branding” triefte, im Prinzip eine Kommunikationspleite ersten Grades, selbst wenn es gut und ernst gemeint sein sollte um unsere “digital freedom”. Aber David Hasselhoff war eben das Idol meiner Kindheit, auch wenn ich damals mit fünf Jahren nur “happy lucky four freedom” verstand. Wenn ich ihn einmal live sehen konnte, dann konnte ich einfach nicht nein sagen. Wie der proppenvolle Saal zeigte, ging es nicht nur mir so. “The Hoff” hat auch hier die Mauer nicht zum Fallen gebracht, aber ganz zum Schluss, als der Saal fast wieder leer war, hat er dann gesungen, ich war glücklich und hatte auch ein bisschen Gänsehaut und konnte mich danach wieder mit ernsthaften Dingen beschäftigen (wer es sehen will, direkt zu Minute 32 springen, fertig). Ein bisschen Mitleid hatte ich dann noch mit dem, der sich das ausgedacht hat. Entweder ist er der Chef der Firma oder gefeuert.

http://re-publica.de/session/looking-freedom

Kategorie “Interessant”

Wibke Ladwigs Vortrag war ein schöner Ausflug in die Welt der Worte. Kurz vorher hatte ich noch über eine andere Session auf Twitter geschrieben, dass sie “spannend” sei und Kritik für meine “nichtssagende” Wortwahl bekommen: Aber es gibt aussagekräftigere Worte als “spannend” oder “interessant”! So lernten wir über die Schönheit der Sprache und die Schönheit eines Vortrags, den man mit Freude anschaut und dabei auch noch was lernt. Ich fand die Idee von Wibke Ladwig klasse, ihren eigenen Vortrag mit vorausgeplanten Tweets zu begleiten.

http://re-publica.de/session/blindes-huhn-kein-ponyhof-schabernack-auf-wortschatzsuche

Kategorie “Wissenschaft”

@9nov38: Geschichte twittern mit Charlotte Jahnz und Moritz Hoffmann

@9nov38: Geschichte twittern mit Charlotte Jahnz und Moritz Hoffmann

Charlotte Jahnz und Moritz Hoffmann haben für mich die re:publica aus Wissenschaftssicht gerockt, auch wenn nur wenige Historiker sich von Twitter und der Wirkung der beiden dort eine Vorstellung machen können. Das Twitter-Projekt @9nov38 hat auch bei der re:publica einen Nerv getroffen und die beiden haben in ihrem Vortrag sehr gut dargestellt, wie alles geplant wurde und dann geschehen ist. Sie und das ganze Team von @9nov38 haben gezeigt, dass man mit Twitter “Geschichte” erzählen und doch wissenschaftlich korrekt arbeiten kann.

http://re-publica.de/session/geschichte-twittern-was-wann

Ebenfalls aus der Kategorie Wissenschaft möchte ich die beiden folgenden Vorträge empfehlen:

Books gone wild – wie wir wissenschaftliche Bücher offen, kollaborativ und kontinuierlich schreiben (mit Lambert Heller)

science:lab Lightning Talks (darunter Thorsten Witt über die neue Citizen-Science-Plattform)

Kategorie “Soziale Netze der Zukunft”

Michael Seemann über erfolgreiche und gescheiterte dezentrale soziale Netze

Michael Seemann über erfolgreiche und gescheiterte dezentrale soziale Netze

Alle beklagen sich über Facebook, Twitter und die anderen sozialen Netze und dass dort sie und ihre Daten zur Ware werden. Aber warum scheitern die meisten dezentralen sozialen Netzwerke eigentlich? Welche Alternativen und Auswege gibt es überhaupt? Die letzte Frage beantworte Jonas Westphal, indem er verschiedene dezentrale soziale Netze zeigte, als auch Möglichkeiten, wie man seine Daten zurückgewinnen kann. “Web 1.0 und 2.0 remixen: Digitale Identität zurückerlangen” hieß sein Vortrag.

http://re-publica.de/session/web-10-20-remixen-digitale-identitaet-zurueck-erlangen

Direkt danach analysierte Michael Seemann sehr scharfsinnig die typischen Probleme der dezentralen, sozialen Netze und die Gründe, warum sie bisher gescheitert sind. Die Analyse fand ich sehr überzeugend und ich hoffe, dass bald die zündende Idee kommt, die soziale Netze der nächsten Generation möglich machen.

http://re-publica.de/session/dezentrale-social-networks-warum-sie-scheitern-und-es-gehen-koennte

Sascha Foerster

#Bonn #Blogs #Wissenschaft

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2 Antworten

  1. 15. April 2015

    […] der Gedanke an die Serie – und an David Hasselhoff – Gänsehaut hervorruft, so wie einst bei Sascha Foerster bei der re:publica 2014, kann jetzt aufatmen: Ein Media-Kit hat natürlich nichts mit dem rot blinkenden 80er-Jahre […]

  2. 23. Februar 2016

    […] der Gedanke an die Serie – und an David Hasselhoff – Gänsehaut hervorruft, so wie einst bei Sascha Foerster bei der re:publica 2014, kann jetzt aufatmen: Ein Media-Kit hat natürlich nichts mit dem rot blinkenden 80er-Jahre […]

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