Das Bonner Kneipenquartett: die Geschichte einer Schnapsidee

Oli, ein guter Freund von mir, rief mich irgendwann im August an. „Sascha, ich kann noch nicht drüber reden, aber ich brauche vielleicht ein paar Tipps für die sozialen Medien, hast du Zeit?“ „Klar, kein Ding!“, sagte ich und war gespannt ob der geheimen Dinge, die Oli plante. Ein paar Tage später lud er mich zu sich nach Hause in die Bonner Altstadt ein. Wir saßen bei einem Bier und Kerzenschein auf dem Balkon, Karlos und Diana waren dabei und wir schauten gemeinsam auf die Kulisse aus Stadthaus und Altstadthintergärten. Oli und Karlos erzählten mir von ihrer Idee.
Sie wollten ein Quartett machen. Erstmals nichts Innovatives, dachte ich. Das Quartett sollte aus Bonner Kneipen bestehen. Schon interessanter! Und jede Karte ist zugleich ein Gutschein. Ich sah das Leuchten in ihren Augen und mir wurde dabei klar, dass das richtig gut werden kann. Das Schwierigste war es, die Bonner Kneipiers ins Boot zu holen, erzählten sie. So ein Spiel gab es noch nicht in Bonn und bisher konnten Oli und Karlos keine Erfahrungen in dem Bereich vorweisen. Sie hatten nur einen Ausdruck einer Testkarte, die Idee und ihre Erzählkunst um die Wirte in Bonn zu überzeugen. Viele Abende zogen Sie von Kneipe zu Kneipe, fragten nach den Chefinnen und Chefs der Läden, erklärten ihre Idee, überzeugten oder wurden auf später vertröstet. Zwischendurch habe es auch Tiefphasen gegeben, sagten die Beiden. „Nach der 15. Kneipe bewegte sich erst mal nicht viel“, berichtete Oli von den Schwierigkeiten. „Aber als wir diese Hürde überwunden hatten, konnten wir beinahe auswählen, wer dabei ist.“

Es klingelte an der Tür und einer der Kneipiers kam vorbei, um den Vertrag zu unterzeichnen. Er hatte noch ein paar Fragen, die rechtlichen Klauseln interessierten ihn weniger, er wollte nur eine mündliche Zusage und danach darauf vertrauen können. Karlos beantwortete seine Fragen, der Kneipier rauchte noch eine Zigarette, unterschrieb, stieß kurz mit uns an, wünschte den beiden viel Erfolg und ging wieder zurück zu seinem Laden.

Die Grundidee war ja ganz einfach: Für wenig Geld bekommt man ein multifunktionales Kartenspiel. Man kann damit Skat spielen, Quartett oder Supertrumpf, oder noch ganz andere Spiele, wie jeder es selbst gerade mag oder sich ausdenkt. Zugleich ist jede Karte einer Kneipe gewidmet. Spielerisch lernt man Fakten über die Kneipe kennen, wie Cocktailpreise, Biersorten oder ob Kicker, Fußball und Livemusik angeboten werden. Aber der Clou ist, dass jede Karte zugleich ein Gutschein ist. Gutscheinsysteme gab es schon vorher, aber keines, das so unterhaltsam ist. Dazu kommt: Viele Wirte waren sehr großzügig, beispielsweise bietet eine Kneipe zwei Burger zum Preis von einem an. In einer anderen Kneipe gibt es ein Freibier und einen Shoot dazu, kostenlos. Insgesamt haben die Gutscheine einen Gegenwert von 150€. Voraussetzung ist nur, dass das Set komplett ist.

Wir hatten viele Ideen, wie man das Quartett noch weiterentwickeln könne. Zumindest ein Blog und Auftritte in den sozialen Medien sollten aufgebaut werden, sodass man auch Veranstaltungen und Sonderaktionen bewerben kann und die Käufer der Gutscheine dazu animiert, ihre Spielregeln mitzuteilen, ihre Erfahrungen über den Kneipenbesuch zu beschreiben und so auch die Sichtbarkeit der Kneipen in den sozialen Medien zu erhöhen, die bisher nur in Ausnahmen wirklich bei Facebook oder Twitter aktiv waren. Ein gemeinsames Portal für die Bonner Kneipen entsteht so nebenbei bei http://www.bonner-kneipen.de und natürlich bei Facebook, Twitter und je nach Interesse auch bei Google+. Termine und Veranstaltungen können von den Wirten dank WordPress-Blog selbst eingepflegt werden.

So was suchten die beiden bisher: eine Webseite, bei der man sich abends zentral informieren kann, was in den Bonner Kneipen gerade los ist. So was hätten sie bisher für Bonn vermisst. Am 11. Oktober wurden die Karten zu Oli nach Hause geliefert. Die Qualität der Karten und des Drucks war sehr gut, das Design hatten die Jungs sich selbst ausgedacht bis ins letzte Detail, umgesetzt wurde es von der Grafikerin Britta. Nebenbei baute ich mit den Jungs den Blog und soziale Medien auf, sodass wir beim Start diese Kanäle Nutzen konnten. Am vergangenen Montag wurde in den Verkaufsstellen des Kooperationspartners, dem Bonner Studentenwerk, die Flyer ausgelegt und die ersten Werbemassnahmen online begonnen, die Quartette sollen insbesondere für Erstsemester verkauft werden, die so die Bonner Kneipen kennen lernen. Auch die Wirte bekamen jetzt ein Exemplar zur Ansicht und waren oft richtig begeistert, als sie das Spiel und ihre eigene Karte in Händen hielten.

Am 21. Oktober ist der Verkaufsstart in vielen Mensen, Bistros und Cafés des Bonner Studentenwerks. Der Einführungspreis beträgt für kurze Zeit 7.90€, danach etwas mehr. Ich finde dieses Projekt nicht nur unterstützenswert, weil es die Idee eines guten Freunds ist, sondern weil sie aus der Leidenschaft und dem Humor zweier Bönnscher Jungs entstand, deren Leidenschaft das Spiel ist und die eine Schnapsidee hatten und diese von null an umgesetzt haben. Ihre Leidenschaft fürs Spielen brachten sie in Kombination mit einer klasse Idee, nämlich eine gute Werbemaßnahme für die Bonner Kneipen zu machen, die auch dem Kneipenbesucher nicht nur eine Ersparnis, sondern auch noch Spaß bringt. Das Studentenwerk als Vertriebspartner ist ganz nah bei den Erstsemestern, die so spielerisch die Bonner Kneipenwelt kennenlernen können und nicht nur „Credit Points“ im Studium sammeln, sondern auch die schönen Seiten ihres immer kürzer werdenden Studentenlebens nahe gebracht bekommen. Schlussendlich soll dazu ein gemeinsames Portal für die Bonner entstehen, die wissen wollen, was abends in ihren Kneipen los ist und die Freude beim Spielen und Sparen haben. Das Portal soll zeigen, dass in der Bundesstadt richtig was los ist. Bei diesem Spiel können aus meiner Sicht alle Beteiligten nur gewinnen.

Wenn ihr mehr Infos wollt, dann schaut mal auf ihrem Blog http://www.bonner-kneipen.de vorbei. Ihr dürft natürlich auch bei Facebook liken, so bekommt ihr dort alle Neuigkeiten mit! Auch bei Twitter ist das Bonner Kneipenquartett vertreten, um über aktuelle Veranstaltungen und Aktionen der Bonner Kneipen zu informieren. Über Feedback und Unterstützung durchs Weitererzählen freuen die Jungs sich natürlich besonders. Und vielleicht möchtet ihr nächste Woche auch ein Quartett kaufen!

Sascha Foerster

#Bonn #Blogs #Wissenschaft

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2 Antworten

  1. Ines sagt:

    Ich kauf’s mir auf jeden Fall, ist eine gute Idee und auch ein gutes Andenken, falls man Bonn mal verlässt 🙂

    (so ein zentrales Portal fürs Abendprogramm fehlt auch echt!)

  2. Ray Catcher sagt:

    Super Idee. Ist noch etwas studentenlastig bei den Verkaufsstellen, aber wenn es mir woanders über den Weg läuft.

    Abendprogramm in Bonn ist sehr limitiert, das stimmt, vor allem kleinere Veranstaltungen oder Aktionen.

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